Boxen - ein Sport für jedermann ?
Liebe Eltern,
Boxen ist nicht jedermanns Sache, das wissen auch wir.
Doch, wenn Ihr Sohn sich ausprobieren möchte, so sollten Sie ihm
die Möglichkeit dazu nicht verwehren. Er ist in unseren Reihen besser aufgehoben
als auf der Strasse. Er wird es auch selbst einschätzen können,
ob er den Anforderungen gewachsen ist, oder, ob er die Sportart wechseln sollte.
Vergewissern Sie sich doch selbst einmal über unser Training, Sie können
dann sicher selbst genauer einschätzen, welche Anforderungen gestellt werden und ob
Ihr Sohn diese Anforderungen erfüllen kann. Nach längeren Gesprächen mit
skeptischen Eltern über das Für und Wider userer Sportart, bleibt oft nicht mehr viel
übrig, was die Eltern zu einem kategorischen "Nein" zum Boxen veranlaßt.
"Boxen ist gefährlich" lautet oftmals der letzte Einwand, den besorgte Eltern für ihre
Ablehnung heranziehen. Diese Eltern haben RECHT, denn sie beziehen
ihre Kenntnisse vor allem aus dem Profi-Boxen mit seinen, zum Teil
dramatischen und letal ausgehenden Wettkämpfen, die von den Medien natürlich
auch besonders ausgeschlachtet werden.
Hierbei wird oft übersehen, daß Amateurboxen anderen, viel strengeren Regeln
unterliegt. Die Statistik über Todesfälle im Deutschen Vereinssport von 1981 bis 1998,
veröffentlicht in der Zeitschrift "Sportmedizin", weist bei 1569 Todesfällen
keinen einzigen im Amateurboxsport auf! Eine schwedische Langzeitstudie bestätigt ebenfalls, daß Amateurboxen
keine größeren Risikofaktoren beInhaltet, als andere Sportarten.
Auch in der Unfallhäufigkeit ist das Amateurboxen nicht unter den ersten 10 Sportarten zu
Finden.
Wie sehen die strengen Schutzbestimmungen beim Amateurboxen aus? Zunächst wird
bei jedem Kämpfer alljährlich die Boxtauglichkeit ärztlich überprüft
und im Startausweis bestätigt. Vor jedem Wettkampf erfolgt nochmals eine Untersuchung
auf seine Wettkampfähigkeit und während des Wettkampfes muß immer ein
Arzt anwesend sein. Außerdem werden bestimmte Körperpartien zusätzlich
geschützt, der Kopf mit einem Kopfschutz und der Genitalbereich mit einem Tiefschutz.
Die Polsterung der Boxhandschuhe ist inzwischen so gearbeitet, daß durch sie ein
Großteil der Schlaghärte gedämpft wird.
Das Boxen nicht nur als Wettkampfsport in Mode ist, beweisen die steigenden mitgliederzahlen,
derer, die Boxtraining speziell im Freizeitbereich zur Fitnesssteigerung durchführen.
Auch wissenschaftler empfehlen Boxtraining aus verschiedener Sicht. Dr.Helmut
Pabst empfiehlt sandsacktraining speziell auch für Frauen, denn Boxen trainiere den Körper besser
als Aerobic, Jogging und Bodybuilding zusammen. Zusätzlich werden Reaktionsvermögen,
taktisches und strategisches Denken gefördert und Aggressionen abgebaut.
Dr. Günter Pilz
fördert ein entsprechendes Angebot im Schulsport, weil damit der
Männlichkeitswahn und das Rambo-Syndrom in bessere Bahnen gelenkt werden. Übrigens hat auch die Tennis-Weltklassespielerin
Martina Hingis Boxtraining in ihrem Programm, weil das Boxen toll für die Kräftigung
der Oberkörpermuskulatur geeignet ist und man aufgestaute Aggressionen loswerden kann.
An dieser Stelle sei mir noch der Hinweis gestattet, daß es selbstverständlich
auch bei uns möglich ist, Boxen aus purer Lust zur Fitness zu trainieren.
